Die Methode.

Was der Textprüfer misst – und was er nicht misst.

Guter Text lässt sich nicht vollständig in Zahlen fassen. Aber schlechter Text hinterlässt Spuren – und viele davon sind messbar. Der sqfr-Textprüfer kombiniert fünf erprobte Kriterien zu einer ersten Einschätzung. Das Ergebnis ist kein Urteil, sondern ein Hinweis.

Die KI-Umformulierung geht einen Schritt weiter: Sie benennt konkrete Schwachstellen und macht einen Vorschlag, wie der Text klarer werden könnte.

Flesch-Score Ziel: über 60

Der Flesch-Reading-Ease-Index berechnet die Lesbarkeit anhand von Satzlänge und Silbenanzahl. Je höher der Wert, desto leichter lesbar. Der Score wurde für Deutsch angepasst – die Originalformel ist auf Englisch kalibriert.

0–30: sehr schwer (Fachliteratur) · 30–60: schwer bis mittel · 60–80: leicht · 80–100: sehr leicht

Behördentexte und Richtlinien liegen häufig unter 30. Zeitungsartikel liegen bei 50–60, verständliche Gebrauchsanweisungen bei 60–70.

Durchschnittliche Satzlänge Ziel: unter 15 Wörter

Lange Sätze überfordern das Arbeitsgedächtnis. Wer einen Satz mit 30 Wörtern liest, muss Anfang und Ende gleichzeitig im Kopf behalten – und die logische Verbindung dazwischen. Kurze Sätze entlasten.

Dieser Satz hat neun Wörter. Er ist gut zu lesen.
Passiv Ziel: sparsam einsetzen

Passivkonstruktionen verschleiern, wer handelt. „Die Maßnahmen werden umgesetzt" sagt nicht, von wem. Aktive Formulierungen sind konkreter und direkter – und damit leichter zu verstehen und umzusetzen.

Passiv: „Die Daten werden gesichert." · Aktiv: „Das IT-Team sichert die Daten täglich."
Nominalstil Ziel: Verben bevorzugen

Nominalstil verwandelt Verben in Substantive: aus „prüfen" wird „Durchführung einer Prüfung". Das klingt amtlich – und ist schwerer zu lesen. Gezählt werden Wörter auf -ung, -heit, -keit und -schaft.

Nominal: „Die Sicherstellung der Verfügbarkeit …" · Besser: „Wir stellen sicher, dass die Systeme verfügbar sind."
Sehr lange Wörter Ziel: prüfen, ob nötig

Wörter mit mehr als 12 Zeichen sind ein Hinweis auf Fachbegriffe oder Zusammensetzungen, die sich vereinfachen lassen könnten. Nicht jedes lange Wort ist ein Problem – aber jedes sollte bewusst gewählt sein.

„Informationssicherheitsmanagementsystem" ist lang, aber etabliert. „Durchführungsverantwortlichkeit" geht kürzer.

Was das Modell nicht misst

Kein automatisches Verfahren erfasst, ob ein Text inhaltlich richtig, vollständig oder angemessen für seine Zielgruppe ist. Der Score sagt nichts über Logik, Argumentation oder Ton. Ein kurzer, aktiver Text kann trotzdem falsch liegen.

Die Kriterien sind Hinweise, keine Urteile. Der Flesch-Score ist für journalistische Texte entwickelt worden – bei hochspezialisierten Fachtexten gelten andere Maßstäbe. Das Modell ist ein Werkzeug, kein Richter.

Weiterführend: Lesbarkeitsindizes (Wikipedia) · Hohenheimer Verständlichkeitsindex